Shopware Migration - So gelingt der Umzug von Shopware 5 nach Shopware 6 ohne Chaos


Eine Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 ist kein Copy-Paste-Projekt, sondern ein vielschichtiger Prozess, der strukturierte Planung und konsequente Umsetzung erfordert. Wer ohne Konzept migriert, riskiert Datenverluste, Prozessfehler und Ranking-Einbrüche. In der Praxis haben sich fünf Bereiche bewährt, die über Erfolg oder Stress entscheiden: Planung, Daten, Design, Integrationen und SEO. Wenn diese Bausteine sauber vorbereitet sind, wird aus der Migration ein kalkulierbares Projekt mit ruhigem Go-live.

Visualisierung einer Shopware Migration von Shopware 5 zu Shopware 6

Phase 0: Planung und Konzeption

Bevor Daten migriert oder Themes gebaut werden, steht eine klare Konzeptionsphase an. Ziel ist, den Ist-Stand fachlich und technisch sauber zu erfassen und den Soll-Stand für Shopware 6 so zu beschreiben, dass alle Beteiligten das gleiche Zielbild haben.

Je nach Projektgröße entstehen dabei unterschiedliche Dokumente:

  • Kompakter Projektsteckbrief oder Kurzkonzept für kleinere Shops
  • Ausführliches Pflichtenheft oder Lastenheft für komplexere E-Commerce-Landschaften

Typische Inhalte sind:

  • Ist-Analyse: aktuelles Shopware-5-Setup, Datenqualität, Prozesse, verwendete Plugins, Schnittstellen und angebundene Systeme.
  • Soll-Konzept: gewünschte Funktionen in Shopware 6, Prozessdesign, Design-Rahmen, Integrationsumfang und SEO-Anforderungen.
  • Projektplanung: Meilensteine, Go-live-Fenster, Staging-Strategie, Verantwortlichkeiten und Risiken.

Dieses Dokument dient später als Referenz für Scope, Priorisierung und Abnahme und verhindert, dass während der Migration ständig Ziele verschoben werden. Es schafft Klarheit für alle Beteiligten und sorgt dafür, dass Anforderungen nicht erst mitten im Projekt „entdeckt“ werden.

1. Datenmigration – Sauberer Start statt leerem System

Die Datenmigration bildet das Fundament des neuen Shops, denn ohne saubere Daten nützen auch gutes Design und starke Technik wenig. Shopware 6 soll nicht leer starten, sondern mit vollständigen und fachlich korrekten Inhalten.

Typischerweise migriert werden:

  • Kategorien, Produkte und Varianten inklusive Eigenschaften
  • Kunden und Kundengruppen
  • Bestellungen, Rechnungen und sinnvolle Dokumente
  • Medien wie Produktbilder, Downloads und Icons

Gerade ältere Shopware-5-Systeme enthalten oft Datenmüll, etwa veraltete Artikel, doppelte Datensätze oder inkonsistente Attribute. Vor der Migration lohnt sich daher eine Aufräumrunde: Welche Produkte sollen wirklich mit? Welche Kundengruppen werden noch aktiv genutzt? Gibt es alte Testdaten, die entfernt werden können?

Mindestens ein vollständiger Probelauf auf einem Staging-System ist Pflicht. Nur so lässt sich prüfen, ob:

  • Relationen (z. B. Kategorien, Varianten, Eigenschaften) korrekt übernommen werden
  • Preise, Staffelpreise und Kundengruppen sauber ankommen
  • Medien richtig zugeordnet sind und nicht ins Leere zeigen

Wer sich diese Tests spart, merkt Fehler oft erst nach dem Go-live – dann ist der Druck deutlich höher und Korrekturen werden schnell teuer.

Hinweis: Diese Phase wird sozusagen mit dem Relaunch "wiederholt", d.h. die Daten, welche innerhalb der Projektlaufzeit im alten Shop dazu kamen werden ebenfalls noch in das neue System übertragen.

2. Theme und Frontend – Zwischen Stabilität und Neuanfang

Im Frontend entscheidet sich, wie der Shop für Nutzer wirkt, und hier steckt oft ein großer Teil des Aufwands. Technisch wird das Theme in Shopware 6 immer neu gebaut, da sich die Template- und Theme-Struktur grundlegend von Shopware 5 unterscheidet.

In der Praxis gibt es zwei sinnvolle Ansätze:

Vorhandenes Design übernehmen:

Das bisherige Layout und Erscheinungsbild werden in Shopware 6 optisch ähnlich neu umgesetzt. Die Konzeption eines komplett neuen Designs entfällt, was Zeit und Abstimmungsaufwand reduziert. Der Wiedererkennungswert für Stammkunden bleibt erhalten, und der Fokus liegt auf einer stabilen technischen Basis.

Relaunch nutzen:

Die Migration wird genutzt, um Struktur, UX und Design grundsätzlich zu modernisieren. Navigation, Startseite, Kategorieseiten und Produktdetailseiten können neu gedacht werden. Das bietet große Chancen, ist aber auch ein eigenes Mini-Projekt im Projekt.

Oft ist es sinnvoll, zuerst stabil zu migrieren und danach das Design schrittweise zu verbessern. So lässt sich der Go-live sauber planen, während Optimierungen an UX, Conversion und CI in einem zweiten Schritt erfolgen. Wer Migration und vollständigen Relaunch gleichzeitig erzwingt, erhöht Komplexität und Risiko unnötig und nimmt sich Puffer im Go-live-Zeitfenster.

3. Plugins und Schnittstellen – Das unsichtbare Rückgrat

Viele Probleme entstehen nicht im Shop selbst, sondern in den angebundenen Systemen. Dazu gehören vor allem:

  • Zahlungsanbieter und Checkout-Logik
  • Versanddienstleister und Labeldruck
  • ERP- oder WaWi-Anbindungen
  • Marktplätze, Preisportale und Export-Feeds
  • Tracking-, Analytics- und Newsletter-Tools

Plugins aus Shopware 5 stehen nicht automatisch eins zu eins in Shopware 6 zur Verfügung. Manche Funktionen sind in Shopware 6 bereits besser oder anders gelöst, andere erfordern neue Plugins oder individuelle Anpassungen. Genau hier entsteht in vielen Projekten Stress kurz vor dem Go-live, wenn z. B. klar wird, dass:

  • ein wichtiger Zahlungsanbieter noch nicht korrekt angebunden ist
  • Versandlabels nicht erzeugt werden können
  • ERP-Schnittstellen nicht alle Felder abbilden, die benötigt werden

Eine frühzeitige Bestandsaufnahme hilft, diese Risiken zu vermeiden. Bewährt hat sich eine einfache Plugin- und Schnittstellen-Matrix mit Spalten wie:

  • Name / Funktion
  • Aktueller Einsatz in Shopware 5
  • Bedarf in Shopware 6 (ja/nein)
  • Lösung in Shopware 6 (Core, Plugin, Eigenentwicklung)
  • Status (geplant, in Umsetzung, getestet)

So bleibt der Überblick klar und der Stress kurz vor dem Go-live bleibt aus.

4. SEO Überwachung und Redirect Pflege – Sichtbarkeit sichern

SEO wird bei Migrationen häufig unterschätzt, entscheidet aber maßgeblich darüber, ob die Sichtbarkeit nach dem Go-live stabil bleibt. Sobald sich URLs ändern, braucht es ein sauberes Konzept für Weiterleitungen. Fehlen diese oder sind falsch konfiguriert, entstehen 404-Fehler, Rankings brechen weg, und Suchmaschinen müssen den Shop praktisch neu einordnen.

Das Minimum für eine saubere Umstellung umfasst:

  • URL-Mapping von alten zu neuen URLs
  • 301-Redirects für alle wichtigen Seiten (Kategorien, Produkte, Landingpages, Blog)
  • Vermeidung von Weiterleitungsketten
  • Aktualisierte Sitemaps und saubere Indexierungssteuerung
  • Kontrolle über die Google Search Console

SEO endet nicht mit dem Go-live, im Gegenteil: Die ersten Wochen sind entscheidend. Eine aktive Überwachungsphase hilft, Probleme früh zu erkennen und gegenzusteuern. Dazu gehören:

  • 404-Fehlerlisten prüfen und fehlende Redirects ergänzen
  • Crawling- und Index-Status sowie Fehlerberichte beobachten
  • Rankings und Traffic im Blick behalten, um Ausreißer zu erkennen
  • Canonicals und möglichen Duplicate Content überprüfen
  • Performance und grobe Core Web Vitals im Auge behalten

Ohne diese Nachpflege läuft der Shop zwar technisch, aber Suchmaschinen stolpern über Fehlerseiten, Nutzer landen auf 404-Seiten und Sichtbarkeitsverluste werden oft erst Wochen später bemerkt.

Fazit – Fünf Bausteine für eine entspannte Migration

Eine Shopware-Migration wird dann entspannt, wenn sie in klare Themen aufgeteilt und jedes Thema separat sauber abgearbeitet wird.

Planung schafft Klarheit über Ist und Soll.

Daten liefern ein stabiles, sauberes Fundament.

Design steuert Nutzerführung und Erlebnis.

Schnittstellen sichern Prozesse im Hintergrund.

SEO sorgt dafür, dass der Shop nach dem Go-live sichtbar bleibt.

Wer diese fünf Bereiche konsequent plant, testet und absichert, verwandelt den Umzug von Shopware 5 nach Shopware 6 in ein planbares Projekt statt in einen Chaos-Einsatz.

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